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ENGIE startet Genehmigungsverfahren für Gasförderung auf Usedom


Lingen. ENGIE E&P Deutschland hat am 23. Oktober 2017 die landesplanerische Anfrage für das Raumordnungsverfahren zur Erschließung eines Erdgasfeldes vor Usedom eingereicht. “Mit dem heutigen Tag startet ENGIE E&P Deutschland das behördliche Verfahren. Wir haben dazu über viele Monate ein völlig neues Konzept erarbeitet, welches größtmögliche Rücksicht auf Natur- und Umweltschutz, Tourismus und das Gemeindeleben nimmt”, sagte der Geschäftsführer von ENGIE E&P Deutschland, Dominique Bayen. Das Unternehmen wolle die Bohrungen von Land aus durchführen und eine Betriebsanlage auf der Insel errichten. Bei der Erschließung werde kein Fracking angewandt. Das Gas solle in eine bereits vorhandene Pipeline direkt eingespeist werden.



ENGIE E&P Deutschland hat im Hinblick auf die Projektrealisierung folgende Standorte intensiv untersucht: Die betriebseigene Fläche am Bansiner Schloonsee, ein Ackergelände rund einen Kilometer nordwestlich des Ortes Korswandt und das von der Gemeinde Heringsdorf vorgeschlagene Grundstück an der „alten Russenkaserne“ in Ahlbeck. “Als Ergebnis eigener, intensiver Prüfungen betrachtet ENGIE die Fläche in Korswandt als bevorzugte Alternative”, berichtete Projektleiterin Heike Liebold. Die zuständige Raumordnungsbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern prüft jetzt die Raumverträglichkeit des Vorhabens am vorgeschlagenen Standort.

Im Anschluss an das Raumordnungsverfahren soll das bergrechtliche Genehmigungsverfahren eingeleitet werden. Aus heutiger Sicht könnte die Gasproduktion dann im Jahr 2022 starten. ENGIE besitzt seit 1994 das Recht zur Erschließung der Erdgaslagerstätte. Das Reservoir liegt zu 90 Prozent vor der Küste von Usedom in rund 2600 Metern unter der Erde. Die Förderung des Gases wird nach Berechnungen des Unternehmens rund 25 Jahre andauern.

Dauerhafte Arbeits- und Ausbildungsplätze
Mit dem Projekt wird ENGIE einen Beitrag zur Wertschöpfung und Entwicklung der Region leisten: Das Unternehmen wird nach Aufnahme des Betriebs Gewerbesteuer entrichten. Zudem entstehen bis zu 15 dauerhafte ganzjährige Arbeitsplätze sowie zusätzliche Ausbildungsplätze. Darüber hinaus sollen bei Bau und Betrieb der Anlage – wie in der unternehmenseigenen Betriebsstätte in Lütow – regionale Firmen eingebunden werden. Die Betriebsanlage wird überdies begehbar sein: ENGIE will eine Informationsstelle zu Geologie und Gasförderung errichten sowie Führungen auf der Anlage für Einheimische, Urlauber oder Schülergruppen anbieten. Wenn es gewünscht wird, wird das Unternehmen außerdem eine Ladestation für E-Bikes einrichten, die Radfahrer kostenfrei nutzen können.

Sicherheit für Mensch, Natur und Umwelt
Für die Erschließung von Erdgaslagerstätten gelten in Deutschland strikte gesetzliche Regelungen und Anforderungen, um Gefahren für Bevölkerung, Umwelt und Natur auszuschließen. “Die Gasförderung wird mit modernster Technik erfolgen und stellt keine Gefahr für Mensch und Natur dar”, sagte Projektleiterin Heike Liebold. So finde die Gasproduktion in einem geschlossenen System statt, aus dem nichts unkontrolliert entweichen könne. Bei dem Usedomer Gas handelt es sich um Schwachsauergas, dessen Anteil an giftigem Schwefelwasserstoff in der Betriebsanlage entzogen und in elementaren Schwefel umgewandelt wird. Modernste Technologie und der Einsatz von Fachpersonal sorgen für die Sicherheit und die Einhaltung aller Emissionsgrenzwerte. In das gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitskonzept bindet ENGIE die zuständigen Behörden und örtlichen Feuerwehren ein, welche die entsprechende Ausstattung und Schulung vom Unternehmen erhalten.

Keine Hochfackel, keine Lärm- und Geruchsbelästigung
Der Bohrturm wird nach rund einem Jahr wieder abgebaut. „ENGIE wird alle anderen Gebäude und Anlagenteile des Betriebsplatzes so errichten, dass diese niedriger sind als die Bäume in unmittelbarer Umgebung“, so Heike Liebold. Es werde weder eine Hochfackel geben, noch eine Flamme sichtbar sein. Zudem würden während des Betriebs keine Geruchs- und Lärmbelästigungen entstehen. Während der Bau- und Betriebsphasen sei mit zusätzlichem Verkehrsaufkommen zu rechnen. In der Betriebsphase würden etwa sieben Lastwagen pro Tag das Gelände anfahren.

ENGIE informiert Bürger über Konzept
Der Einleitung des Genehmigungsverfahrens ging eine mehrjährige Prüfungs- und Planungsphase voraus. ENGIE führte in diesem Zusammenhang viele Gespräche mit Bürgern, Behörden und politisch Verantwortlichen. Frühzeitig informierte das Unternehmen die Gemeindeversammlungen in Heringsdorf und Korswandt über die Pläne. Zudem fanden bereits zwei öffentliche Informationsveranstaltungen in Heringsdorf statt. „Wir haben zahlreiche Anregungen und Hinweise, die ENGIE bei diesen Anlässen erhielt, konstruktiv in die Projektplanungen aufgenommen“, sagte Projektleiterin Heike Liebold. Das Unternehmen wird das Konzept zur Gasförderung den Bürgerinnen und Bürgern am 27. Oktober 2017 im Rahmen einer Informationsveranstaltung im „Club ‘90“ in Zirchow (16-19 Uhr) vorstellen.

Medienkontakt:
Dr. Stefan Brieske
Leiter Unternehmenskommunikation
ENGIE E&P Deutschland GmbH
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