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Energie aus dem Märkischen Untergrund


Erdgas und Kondensat aus der Lagerstätte Märkisch Buchholz tragen zur sicheren Energieversorgung Deutschlands bei.


Mitarbeiter bei der Arbeit

Bohranlage


Die Lagerstätte

Tief unter der Märkischen Heide im Süden von Berlin liegt eine der größten noch unerschlossenen Erdgaslagerstätten unseres Landes. Abgedeckt von mächtigen Salzschichten hat sich 2.500 Meter unter der Stadt Märkisch Buchholz über Jahrmillionen hinweg Erdgas in den rund 255 Millionen Jahre alten, porösen Kalksteinen des Perm-Zeitalters (Zechstein) angesammelt.Wird das Erdgas überhaupt gebraucht? Im Vergleich mit anderen fossilen Energieträgern wird bei der Nutzung von Erdgas mit Abstand am wenigsten CO2 freigesetzt. Deshalb ist Erdgas während des Übergangs hin zu  erneuerbaren Energien die unverzichtbare und optimale Ergänzung. Aus diesem Grund beabsichtigt die ENGIE E&P Deutschland GmbH (ENGIE), die heimischen Reserven der Lagerstätte Märkisch Buchholz nutzbar zu machen und damit einen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung unseres Landes zu leisten.

Kondensat für den Wärmemarkt und die chemische Industrie

Außer Erdgas werden auch Flüssiggas und benzinähnliches Kondensat gewonnen. Flüssiggas wird von der Lagerstätte aus direkt in den Wärme- und Mobilitätsmarkt sowie an die chemische Industrie geliefert. Das benzinähnliche Kondensat wird in einer Raffinerie weiter zu Kraftstoff und Rohstoff für die chemische Industrie aufbereitet. Die Lagerstätte liefert damit auch abseits der Energiediskussion einen eigenständigen Beitrag zur Versorgung der heimischen Industrie.

Luftbild des Betriebsplatzes Märkisch Buchholz 1

Neue Bohrungen - Fracking und CO2-Speicherung ausgeschlossen

Weil die drei existierenden, bereits 1986 niedergebrachten Bohrungen den heutigen Anforderungen an eine auf Jahrzehnte ausgelegte Produktion der Lagerstätte nicht entsprechen und deshalb zurückgebaut und verfüllt werden, muss das Reservoir über zwei neue Bohrungen erschlossen werden. Mit diesen Bohrungen, die wir von einem einzigen Bohrplatz aus abteufen, erübrigt sich der Bau von Feldesleitungen und der Flächenbedarf für die Produktion der märkischen Erdgasreserven kann auf ein Minimum reduziert werden.

Der Einsatz der „Fracking“-Technologie ist in der Lagerstätte Märkisch Buchholz aus reservoirgeologischer Sicht nicht sinnvoll und kommt daher nicht zum Einsatz. Die Lagerung von Kohlendioxid im Untergrund ist kein geeignetes Mittel, die Förderung zu verbessern und ist daher auch nicht Teil unserer Planung.

Das technische Konzept

Nach der Fertigstellung der Bohrungen wird in unmittelbarer Nachbarschaft eine Betriebsanlage gebaut, in der das Erdgas aus der Lagerstätte gereinigt, aufbereitet und in einzelne Bestandteile zerlegt wird. Neben elementarem Stickstoff (wie er in unserer Atmosphäre mit einem Anteil von 78% vorliegt) enthält das märkische Erdgas Methan, Ethan, Propan und Butan, höhere Kohlenwasserstoffe, und Schwefelwasserstoff. Das Methan leiten wir direkt in das lokale Erdgas-Versorgungssystem ein. Propan und Butan werden als Flüssiggas von einem Spezialunternehmen verarbeitet und vermarktet. Das benzinähnliche Kondensat wird in einer Raffinerie weiter veredelt. Die Lagerung und Verladung der flüssigen Produkte erfolgt im Gewerbegebiet Märkisch Buchholz Ost. Aus den Anteilen von Schwefelwasserstoff wird elementarer Schwefel erzeugt, der in der Baustoff- und chemischen Industrie verwendet werden kann. Das Ethan werden wir zur Energiegewinnung vor Ort einsetzen und überschüssigen Strom in das örtliche Stromnetz einspeisen.

Beteiligung gefragt - Nutzen für die Region

Weil wir uns mit unseren Betrieben als Teil der Gemeinschaften vor Ort sehen, wollen wir bei Märkisch Buchholz eine ganz besondere Betriebsanlage bauen, die den unterschiedlichsten Interessen gerecht wird: Anwohner, Umwelt, Klima, Tourismus, Wirtschaft und Verkehr. Deshalb haben wir einen Architekturwettbewerb für die Gestaltung der Betriebsanlagen ausgeschrieben. Die eingereichten Vorschläge müssen einem umfangreichen Kriterienkatalog Rechnung tragen. Eine Jury unter Beteiligung regionaler Interessensvertreter wird den besten Vorschlag ermitteln und prämieren.
Im Interesse eines prosperierenden Tourismus in der Region planen wir zudem den Bau eines Besucherzentrums. Hier wird Wissenswertes über den Untergrund und die regionale Geologie, die Lagerstätte und ihre Erschließung, die Produktion aber auch über Natur und Landschaft der märkischen Heide sowie ihre Flora und Fauna dargestellt.
Darüber hinaus ist eine Kooperation mit der Stadt Märkisch Buchholz vereinbart worden, um mit dem Projekt verbundene Themen - wie z. B. Erzeugung erneuerbarer Energien, Nutzung von überschüssiger Wärme und Strom, ein Blockheizkraftwerk – für die Entwicklung und Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes einzusetzen.

Sichere Erdgas- und Kondensatproduktion

Die Verfahren, die in der neuen Anlage zum Einsatz kommen, sind auf neuestem Stand der Anlagen-, Steuerungs- und Kommunikationstechnik. Die mehrfach verrohrten und zementierten Bohrungen erfüllen unsere hohen deutschen Sicherheitsstandards und schließen jegliche Gefährdung von Grundwässern aus. Sicherheit ist für ENGIE oberstes Gebot, deshalb wird die Gesamtanlage von hochqualifizierten und fortlaufend geschulten Mitarbeitern betrieben und  alle Prozessschritte innerhalb der Betriebsanlage von einem ausgeklügelten Monitoringsystem überwacht. Über die Einhaltung der emissions- und immissionsrechtlichen Vorgaben hinaus haben wir uns gegenüber den Bürgern und der Stadt zu Monitoringprogrammen insbesondere in Bezug auf das Grundwasser verpflichtet.

Wie geht es weiter?

Nach Festlegung des Anlagenkonzeptes werden wir im Jahr 2017 die erforderlichen Genehmigungsunterlagen für die Gewinnung und Aufbereitung der Kohlenwasserstoffe bei den zuständigen Behörden einreichen. Das Verfahren beinhaltet eine umfassende Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der betroffenen Bürger. Nach Abschluss des Verfahrens - und damit Vorliegen aller die Wirtschaftlichkeit beeinflussenden Faktoren - wird ENGIE über die endgültige Realisierung des Vorhabens entscheiden. Nach einem positiven Beschluss erfolgt die Errichtung der Anlagen. Nach heutigem Stand gehen wir von einer Produktionsaufnahme in 2020 aus.
Dabei stehen wir in engem Kontakt und Austausch mit allen zuständigen Behörden. Weiterhin legen wir großen Wert auf offene und vertrauensvollen Beziehungen zu den Anwohnern, Gemeinden, Vereinigungen und Institutionen im Umfeld unserer Betriebe. So setzen wir konsequent auf eine frühestmögliche Einbeziehung der Öffentlichkeit über Bürgerbeteiligung bereits im Vorfeld von Genehmigungsprozessen (für das Erdgasprojekt ist dies im Sommer 2016 erfolgt).

Aktuell:

Ende Juni 2017 werden Wartungsarbeiten auf der Bohrlokation Märkisch Buchholz 2 durchgeführt werden. Diese Bohrung wurde bereits 1986 abgeteuft, erreichte in einer Tiefe von 2.559 m aber nur den verwässerten Randbereich der Erdgaslagerstätte Märkisch Buchholz. Nun soll die Bohrung für eine perspektivische Nutzung als Beobachtungs- und Druckerhaltungsbohrung ausgerüstet werden.
Bei den Arbeiten kommen eine Trommeldrahtwinde sowie eine Druckentlastungsanlage zum Einsatz. Wie immer sind die Arbeiten detailliert geplant und in einem Sonderbetriebsplan festgelegt, der von den zuständigen Behörden begutachtet und genehmigt wurde. Die Arbeiten werden innerhalb einer Woche zuzüglich Auf- und Abrüstzeiten abgeschlossen werden. Die Arbeiten finden tagsüber statt, mit einer Beeinträchtigung der Anwohner ist nicht zu rechnen.

Kontakt und Dialog

Wir informieren Sie über unsere Aktivitäten und führen weiterhin einen offenen Dialog vor Ort. Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu dem Projekt und freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Büro in Märkisch Buchholz (weil das Büro nicht immer besetzt ist, bitten wir um telefonische Terminabsprache unter 0591 / 612-888).

Unsere Kontakte:

ENGIE E&P Deutschland GmbH - Informationsbüro
Friedrichstraße 32
15748 Märkisch Buchholz

E-Mail: info_maerbz@de-epi.engie.com
 
Bürgertelefon: 0591 / 612-888

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