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Analyse und Bewertung der Daten


Die wichtigsten Informationen über die unterirdischen Gesteinsschichten liefert die Seismik. Die Vermessung von potenziellen Lagerstätten produziert riesige Mengen an Daten. Aber diese allein sind noch nicht aussagekräftig. Sie müssen erst von Experten ausgewertet werden. Neben den Daten, die die Seismik produziert hat, müssen zu einem späteren Zeitpunkt auch Erkenntnisse aus Probebohrungen gewonnen werden.


Mann und Frau vor Bildschirmen im BüroGeologisches 3D-Modell

Ein multidisziplinäres Team im Einsatz

Mit dem Vermessen der vermuteten Lagerstätte ist die Suche nach Erdgas und Erdöl nicht abgeschlossen. Die Vermessung liefert umfangreiches Datenmaterial. Experten erstellen mit den Informationen detailgetreue Karten des vermessenen Untergrundes und 3D-Modelle. Geologen, Geophysiker und Lagerstätteningenieure ziehen so Rückschlüsse auf mögliche Kohlenwasserstoff-Lagerstätten sowie deren Eigenschaften. Das interdisziplinäre Team kann nun auf dieser Grundlage das weitere Vorgehen und die Erschließung der Lagerstätte planen. Sie entscheiden über die Art der Bohrung, die mögliche Lokation sowie die Erkundung und Erschließung der Umgebung und die Planung mit den zuständigen Behörden.

Fündig oder nicht fündig – die Analyse des Bohrkerns

Die Analyse der Seismik-Daten liefert viele Erkenntnisse über die geologische Beschaffenheit der Lagerstätte. Ob tatsächlich Erdöl oder Erdgas in den Lagerstätten vorhanden ist, zeigt nur eine Probebohrung.

Während einer Probebohrung werden Daten gewonnen, die die tatsächlichen Verhältnisse im Untergrund sichtbar und bewertbar machen. Dazu gehören Messungen im Bohrloch sowie Untersuchungen am Gesteinsmaterial, das beim Bohren zutage gefördert wird. Besondere Bedeutung kommt sogenannten Bohrkernen zu. Dieses Material wird „am Stück“ aus dem Untergrund gefräst. An Bohrlochkernen lassen sich ideal Zustand und Inhalt des Reservoirs ablesen. Bei der Analyse im Labor werden hauchdünne Scheiben abeschnitten. Die Dünnschliffe sind 0,02 bis 0,03 Millimetern dick und zeigen unter dem Mikroskop die mineralische Zusammensetzung des Gesteins sowie seine Porosität und Durchlässigkeit. Diese wenigen Millimeter sind bei der Entscheidung, ob Öl oder Gas wirtschaftlich gefördert werden kann, entscheidend. Endgültige Gewissheit über die Frage der Fündigkeit einer Bohrung ergibt letztendlich ein Test. Dabei wird unter normierten Bedingungen versucht, den Poreninhalt des erbohrten Reservoirgesteins zutage zu fördern. Aus Art, Menge und Zusammensetzung des geförderten Mediums lassen sich schließlich entscheidende Schlüsse ziehen.

Bei positivem Ausgang lässt sich aus den gesammelten Analyse-Daten die Größe der förderbaren Reserven ermitteln.